Praxisgemeinschaft als Organisationsform für Ärzte oder Zahnärzte

Die Praxisgemeinschaft als Organisationsform für Ihre Niederlassung?

Für Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten gibt es unterschiedliche Varianten in der ambulanten Versorgung tätig zu werden. Die Wahl der richtigen Organisationsform für die eigene Niederlassung ist eine entscheidende und gleichermaßen schwierige Frage. Wir haben für Sie die wichtigsten Vor- und Nachteile der Praxisgemeinschaft (auch Organisationsgemeinschaft genannt) zusammengestellt. Kontaktieren Sie uns jetzt und lassen Sie sich vor Ort von uns beraten, welche Praxisform am besten zu Ihrem Vorhaben passt.

  • Professionelle Beratung zur Praxisform der Praxisgemeinschaft
  • Unabhängige Unterstützung bei der Auswahl der geeigneten Organisationsform
  • Behalten Sie den Überblick über die verschiedenen Vor- und Nachteile der Praxisgemeinschaft
  • Vermeiden Sie Fehler bei der Gründung einer Praxisgemeinschaft und profitieren Sie langfristig von unserer Erfahrung

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Die wichtigsten Fragen zur Praxisform der Praxisgemeinschaft

Was versteht man unter der Praxisgemeinschaft?

Die Praxisgemeinschaft ist eine Organisationsform, die die Praxiskooperation von Ärzten, Zahnärzten und/oder Psychotherapeuten erlaubt und wird als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) geführt. Das Ziel ist im Gegensatz zu einer Berufsausübungsgemeinschaft (ehemals auch Gemeinschaftspraxis) allerdings nicht die gemeinsame Behandlung von Patienten und somit kein gemeinsamer Patientenstamm. Jeder Arzt versorgt stattdessen seine eigenen Patienten, führt eigene Patientenakten und tritt gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) wie eine Einzelpraxis auf. Die Praxen bleiben wirtschaftlich voneinander getrennt. Anders als bei der Berufsausübungsgemeinschaft besteht grundsätzlich keine gemeinschaftliche Haftung der Gesellschafter für Behandlungsfehler des jeweils anderen Arztes. Diese tritt nur ausnahmsweise für Gefahren ein, die sich direkt aus dem Betrieb der Organisationsgemeinschaft ergeben.

Ziel der Organisationsform ist vielmehr die gemeinsame Nutzung von Ressourcen durch mehrere eigenständig tätige Ärzte. In der Regel handelt es sich dabei um die Praxisräume, Personalkosten und die Infrastruktur. Die Gemeinschaft selbst strebt keinen Gewinn an, sondern legt lediglich die Kosten auf die Beteiligten um. Die zu einer gemeinschaftlichen Praxis zusammengeschlossenen Heilberufler legen Ressourcen zusammen, um diese gemeinschaftlich nutzen zu können und die entstehenden Kosten in einem vertraglich vereinbarten Verhältnis aufzuteilen. Bei der Aufteilung der Kosten sind verschiedenen Schlüssel denkbar, wie z.B. die Nutzung von Räumlichkeiten der Praxis nach Quadratmetern, die Inanspruchnahme des Personals und die Verwendung des medizinischen Sachanlagevermögens. Die Gründung muss der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) angezeigt werden, ist aber nicht durch den Zulassungsausschuss genehmigungspflichtig. Wir unterstützen Sie gern bei allen Fragen zur Praxisgemeinschaft.

Die wichtigsten Fragen im Überblick

PRAXISGEMEINSCHAFT
MERKMALE: Zusammenschluss von zwei oder mehreren eigenständigen (Einzel-) Praxen mit getrennter Abrechnung und getrenntem Patientenstamm (dennoch bis zu einem sehr minimal definierten Prozentsatz ist eine Patientenüberschneidung erlaubt)
RECHTSFROM: meist Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
STANDORT: örtlich
ANFORDERUNGEN: Anzeigepflicht gegenüber der KV

Referenzen für Steuerberatung im Bereich Ärzte, Zahnärzte und Heilberufe

Strategische Überlegungen: Vor- und Nachteile der Niederlassung als Praxisgemeinschaft

Vorteile der Niederlassung als Praxisgemeinschaft

  • Verbesserung der Gewinnsituation der Ärzte durch Kosteneinsparungs- und Synergieeffekte.
  • Die steuerliche und rechtliche Selbstständigkeit der Einzelpraxen bleibt bestehen, sodass eine Trennung und Auflösung der Gemeinschaft jederzeit möglich ist.
  • Keine Einschränkung der Entscheidungsfreiheit der einzelnen Ärzte.

Nachteile der Niederlassung als Praxisgemeinschaft

  • Aufgrund der Trennung der Einzelpraxen fällt die Arbeit in vielen Bereichen insgesamt doppelt an (z.B. bei der Abrechnung, den Kosten für Außendarstellung und Marketing etc.).
  • Nur begrenzte Möglichkeiten der gegenseitigen Vertretung und keine Arbeitszeitteilung bzw. –abstimmung wie in einer Berufsausübungsgemeinschaft möglich.

Wie wird die Praxisgemeinschaft steuerlich behandelt?

Das Ziel der Praxisgemeinschaft darf steuerlich stets nur das Prinzip der Kostendeckung sein. Bei der Verteilung der Kosten auf die einzelnen Gesellschafter ist es deshalb entscheidend, dass weder Gewinne erzielt noch verdeckte Nutzungsentgelte für Räume, Geräte und Personal oder Vergütungen für Leistungen an die Gemeinschaft gezahlt werden.

Ertragsteuerlich tritt die Praxisgemeinschaft selbst nicht in Erscheinung. Aufgrund der fehlenden Gewinnerzielungsabsicht liegt steuerlich keine Mitunternehmerschaft vor. Für die Einkommensteuer gelten daher die gleichen Besteuerungsgrundsätze wie bei der Einzelpraxis. Die Betriebsausgaben werden zunächst auf Ebene der Organisationsgemeinschaft gesondert festgestellt. Hierzu muss für die Gemeinschaft eine eigene Steuererklärung abgegeben werden. Anschließend werden die so festgestellten Betriebsausgaben im Rahmen der Veranlagung der einzelnen Ärzte als freiberufliche Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit (§ 18 EStG) erfasst. Die so festgestellten negativen Einkünfte werden sodann bei der Ermittlung der Summe der Einkünfte mit den Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit verrechnet.

Welche steuerlichen Risiken sind mit der Praxisgemeinschaft verbunden?

Risiko gewerbliche Infektion

Ein Risiko bei dieser Organisationsform stellen Leistungen der Gemeinschaft an dritte Personen dar, die dieser nicht angehören, wie z.B. die Vermietung von Geräten an andere Mediziner. Die hiermit erzielten Einkünfte werden nicht unmittelbar im Rahmen der ärztlichen Tätigkeit erzielt und sind deshalb steuerlich als gewerbliche Einkünfte (§ 15 EStG) zu qualifizieren. Diese gewerblichen Einkünfte haben die gewerbliche Infektion aller Einkünfte auf Ebene der Praxisgemeinschaft zur Folge. Das bedeutet, dass auch für die Einkünfte der Ärzte aus der Behandlung von Patienten Gewerbesteuer gezahlt werden muss.

Das gleiche Risiko besteht, wenn es über die Kostenverteilung zu einer Verschiebung unter den Ärzten kommt, die von der tatsächlichen Nutzung abweicht. Dies wäre steuerlich als verdecktes Entgelt oder als Vergütung von Leistungen zu bewerten mit der Folge, dass eine verdeckte Gewinnerzielungsabsicht unterstellt werden würde. Auch hier würden im Ergebnis gewerbliche Einkünfte vorliegen, die wiederum die gewerbliche Infektion aller Einkünfte zur Folge hätten. Pauschale Kostenerstattungsregelungen und Konstruktionen des Einnahmen- bzw. Gewinnpoolings sind daher bei dieser Organisationsform problematisch.

Risiko Umsatzsteuerpflicht

Ein weiteres steuerliches Risiko bei der Praxisgemeinschaft ist die Umsatzsteuerpflicht. Grundsätzlich gilt für die Heilbehandlung von Ärzten, Zahnärzten und Physiotherapeuten die Umsatzsteuerbefreiung. Allerdings droht bei dieser Organisationsform die Umsatzsteuerpflicht, wenn ein Gesellschafter seine Ressourcen der Gesellschaft gegen Kostenerstattung zur Verfügung stellt und dies nicht auf der gesellschaftsrechtlichen Grundlage erfolgt. In diesem Fall sieht die Finanzverwaltung einen umsatzsteuerpflichtigen Leistungsaustausch zwischen dem Gesellschafter und der Praxisgemeinschaft.

Risiko Scheinpraxisgemeinschaft

Ferner droht die sogenannte „Scheinpraxisgemeinschaft“.Darunter ist eine Praxisgemeinschaft zu verstehen, die in Wirklichkeit aber wie eine Berufsausübungsgemeinschaft geführt wird. Das ist für die Ärzte gefährlich, weil hieraus Honorarkürzungen, Steuernachforderungen und sogar strafrechtliche Konsequenzen entstehen können. Besonders problematisch wird es, wenn in der Außendarstellung für Patienten der Anschein entsteht, dass es sich nicht um getrennte Einzelpraxen handelt. Dann entsteht für die Ärzte aufgrund des „Rechtsscheins“ die gleiche umfassende Haftung wie bei einer Berufsausübungsgemeinschaft.

Darüber hinaus wird bei der Organisationsgemeinschaft oftmals auf gemeinsames Personal für die Abrechnung zurückgegriffen. Dennoch ist aufgrund der rechtlichen Trennung der Arztpraxen und der ärztlichen Schweigepflicht für jede Arztpraxis ein eigenes EDV-System zu führen, woraus sich oftmals die Gefahr von Fehlbuchungen und einer Vermischung der Abrechnungen ergibt.

Die Praxisform der Praxisgemeinschaft im Gesamtkontext des Praxisgründungsprozesses

Auf der Grundlage der Ist-Analyse erfolgt die Entscheidung für eine Praxisform. Die Wahl der richtigen Organisationsform für die eigene Praxis ist eine entscheidende und gleichermaßen schwierige Frage. Neben der Praxisgemeinschaft kommen auch die Einzelpraxis, die Berufsausübungsgemeinschaft und das medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Betracht. Ist die Entscheidung für die geeignete Praxis- und Rechtsform gefallen, folgt im nächsten Schritt die Prüfung der rechtlichen Voraussetzungen.

Wir beraten Sie gerne

Sie fragen sich, ob sich die Praxisform der Praxisgemeinschaft für Ihr Niederlassungsvorhaben eignet, welche konkreten Vor- und Nachteile für Sie bestehen oder welche steuerlichen Risiken bei Ihnen besonders ins Gewicht fallen? Als Steuerberater für Ärzte und Zahnärzte haben wir uns auf die professionelle Beratung im Gesundheitswesen spezialisiert. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren und profitieren Sie von unserer Erfahrung.

Marianne Mock – Steuerberaterin
  • +49 40 507997-0
  • info@mock-steuerberatung.de

Wir beraten Sie gerne

Sie fragen sich, ob sich die Praxisform der Praxisgemeinschaft für Ihr Niederlassungsvorhaben eignet, welche konkreten Vor- und Nachteile für Sie bestehen oder welche steuerlichen Risiken bei Ihnen besonders ins Gewicht fallen? Als Steuerberater für Ärzte und Zahnärzte haben wir uns auf die professionelle Beratung im Gesundheitswesen spezialisiert. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren und profitieren Sie von unserer Erfahrung.

Marianne Mock – Steuerberaterin

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